
"Nichts ist so wichtig für uns wie sauberes Trinkwasser. Doch genau dieses Überlebensmittel ist auf der Erde nur in begrenzter Menge vorhanden und kann nicht beliebig vermehrt werden. Weltweit haben schon heute mehr als 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Dies könnte mit finanziellen Aufwendungen in der Höhe von 7 Milliarden US-Dollar ziemlich rasch geändert werden -- klingt nach viel Geld, ist es aber nicht. Denn pro Jahr wird genau diese Summe in den USA für Schönheitsoperationen ausgegeben oder allein in Europa für den Luxusartikel Parfum...
Die Wasserkrise verlangt von uns, mit Demut und Mitgefühl zu handeln. Doch Überheblichkeit und Arroganz zeichnen die Planungen der Mächtigen aus. Jene mit wirtschaftlicher und politischer Macht haben dem Planeten den Krieg erklärt. Den Wasser-Frieden werden weltweit die einfachen Bürger stiften.
Ich bin sicher, dass Karo Katzmanns >Schwarzbuch Wasser< seinen Beitrag zum Wasser-Frieden leisten wird."
Aus dem Vorwort von Alternativnobelpreisträgerin Vandana Shiva.
Synopsis:
Seit 1950 hat sich der weltweite Wasserverbrauch verdreifacht. Zwar sind in den Alpenländern Österreich, Deutschland und der Schweiz bisher keine nennenswerten Einschränkungen der Wasserversorgung aufgetreten, allerdings steht auch in diesen Ländern die Ressource nicht unbegrenzt zur Verfügung. Der unverantwortliche Umgang mit Wasser führt auch hier zu einer bedenklichen Situation - nicht zuletzt unter dem Aspekt des Klimawandels (Stichwort Beschneiungsanlagen, Wasserdotierung Neusiedler See, touristische Großprojekte).
Besonders dramatisch ist die Lage der Wasserversorgung jedoch bereits in Spanien. Die Autorin schildert gleich eingangs das Beispiel der Provinzen Murcia und Alicante: Mehr als 500.000 illegal gegrabene Brunnen, üppig grüne Golfplätze in einer trostlos trockenen, ausgedörrten Landschaft und der Aufruf der Umweltministerin an die Bevölkerung Wasser zu sparen.
Die Ökologin Katzmann spart nicht mit Kritik - und erklärt anhand zahlreicher Beispiele die Möglichkeiten, die jeder Einzelne ergreifen kann, um sparsamer mit der Ressource Wasser umzugehen. Ein Beispiel etwa ist die Berechnung der Trinkwasser-Importe in so genannten Gebinden, also Wasser in Flaschen: Trotz seiner hervorragenden Wasserqualität wurden 2005 mehr als 90,1 Mio. Liter Wasser nach Österreich importiert, aber nur 17,8 Mio. Liter exportiert. Das Absurde an dieser Situation ist, dass der Großteil dieser Importe aus einem Land mit regionalem Wassermangel, etwa Italien, stammt. Das Gleiche trifft übrigens auch auf die Schweiz und Deutschland zu. Mit an dieser eigenartigen Situation beteiligt sind globale Unternehmen wie Nestle und Danone.
Wie internationale Player ihre Hände am Wassermarkt im Spiel haben, wird auch an folgendem Beispiel deutlich: Der Nestle-Konzern, der 17 Prozent des Weltwassermarktes hält, hat 1999 begonnen die asiatischen Märkte mit Flaschenwasser zu erobern. Mittels gefinkelter Aktionen wurde dort das regionale Wasser durch bezahlte Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde verunglimpft. Der Konzern hielt sich zunächst im Hintergrund, legte aber nur zwei Monate danach mit der Marke "Pure Life" einen fulminanten Start hin, der Marktanteile von bis zu 50 Prozent erreichte. Die Praktik wurde zwar wieder abgestellt, der Nutzen der Aktion war jedoch enorm. Verlierer waren auch hier wieder die Ärmsten der Armen. Das Flaschenwasser "Pure Life" wird inzwischen weltweit an 107 Stellen abgefüllt.
Katzmann beleuchtet nicht nur die globale Wasser-, sondern auch die allgemeine Umweltsituation anhand der einzelnen Regionen Europas. Dabei wird auch auf weitergehende Probleme wie etwa der Abwasser- und Müllbeseitigung, der drohenden Bodenversiegelung, der Regulierung der Flusslandschaften hingewiesen.
Quelle: pressetext.austria / Wolfgang Weitlaner
Inhaltsverzeichnis:
Klimawandel macht Hochwasser
Was hat der Klimawandel mit dem Wasser zu tun?
Bei mir kommt das Wasser aus der Leitung
Vom Wasser als Überlebensmittel zum Wasser als Handelsware
Wieviel Wasser braucht der Mensch
Was wer wofür verbraucht
Wasser ist zum Plantschen da
Der Tourismus und das -- oft fehlende -- Wasser
Alles geht den Bach runter
Wie der Mensch in den natürlichen Haushalt eingreift
Hinter uns die Stinkflut
Wohin fließt unser Abwasser
Virtuelles Wasser und realer Durst
Der tatsächliche Wassergehalt ausgesuchter Konsumgüter und
ein kleiner Test Ihres Wasser-Fußabdrucks